Eine intensive und erfolgreiche Rennsaison 2026 hat für Lennox Lehmann ihren Abschluss gefunden. Lennox stellte sich in dieser Saison einer doppelten Herausforderung: Neben den Rennen in der Euro Moto Supersport stellte er sich auch den harten Bedingungen der FIM Endurance World Championship (EWC). Am Ende der Saison steht ein starker dritter Platz in der Gesamtwertung der Euro Moto Supersport – und jede Menge wertvoller Erfahrungen auf internationalem Parkett zu Buche.
Euro Moto Supersport: Konstanz, Härte und ein Dauerticket fürs Podest
Der Start in die Euro Moto Supersport verlief im Frühjahr sehr vielversprechend. Direkt beim Heimauftakt auf dem Sachsenring und beim darauffolgenden Lauf im tschechischen Brünn sicherte sich Lennox vier Podestplätze in Folge. Was die Saison besonders auszeichnete, war seine unfassbare Konstanz an der Spitze: Von insgesamt 13 möglichen Podestplätzen in der diesjährigen Euro Moto Saison fuhr Lennox unglaubliche 12 Mal auf das Treppchen.
Doch die Saison bot auch Schreckmomente und harte Prüfungen. Ein schwerer Highsider im Juli bei den 8 Stunden von Suzuka im Zuge der EWC zog nicht nur eine frühzeitige Abreise nach sich, sondern auch einen Bruch des rechten kleinen Fingers, der operiert werden musste. Doch schon wenige Wochen später ging Lennox in Oschersleben für den nächsten Lauf der Euro Moto wieder an den Start. Der Apreco Fahrer biss auf die Zähne und fuhr trotz massiver Einschränkungen beim Bremsen auf das Podest. Es folgten das dramatische Wochenende in Assen, wo es in Führung liegend und auf Siegkurs über die Curbs ins Aus ging: Ein verschenkter Sieg, der zudem durch den harten Abflug Prellungen am Oberschenkel mit sich brachte. Assen konnte unter Schmerzen mit einem weiteren Podestplatz abgeschlossen werden. Auch beim vorletzten Stopp auf dem Nürburgring konnte mit einem starken Doppelpodium nachgelegt werden.
Beim großen Saisonfinale auf dem Hockenheimring drehte das Apreco Yamaha Team das Motorrad nach intensiven Setup Tests noch einmal auf links. Nach einem schwierigen Start mit Problemen am Vorderrad und einem Sturz am Samstag biss sich Lennox im ersten Rennen durch und erbte Platz 3. Dank einer gezielten Nachtschicht mit seinem Crewchief stimmte am Sonntag im Warm-up endlich das Gefühl für die Front – und Lennox krönte das Jahr mit einem sauberen dritten Platz und dem damit verbundenen dritten Gesamtrang in der Meisterschaft. Gefeiert wurde traditionell im Parc fermé mit einer ordentlichen Sektdusche für Teamkollegen und Champion Dirk Geiger.
FIM EWC: Aufopferungsvoller Kampf auf der Langstrecke
Parallel dazu prägte die Langstrecken Weltmeisterschaft das Jahr des Sachsen. Den Auftakt bildeten im April die legendären 24 Stunden von Le Mans, wo das Motobox Kremer Team nach einem nahezu fehlerfreien Rennen bis zur Schlussphase auf WM-Punktekurs lag, ehe ein spätes Elektronikproblem den verdienten Lohn kostete.
Es folgte im Juni ein echtes Highlight in Spa Francorchamps: Bei extrem wechselhaften Bedingungen in den Ardennen fuhr Lennox einen kräftezehrenden Doppelstint komplett auf Slicks auf nasser Piste zu Ende. Belohnt wurde dies mit einem historischen achten Gesamtrang als zweitbestes Yamaha Team. Nach dem harten Rückschlag durch den Sturz in Suzuka folgte beim EWC Finale beim Bol d’Or in Le Castellet ein letzter Härtetest: Nach 16 starken Stunden zwangen massive technische Probleme das Team zur vorzeitigen Aufgabe.
Nach der Saison ist vor der Saison: Die Vorbereitungen laufen bereits
Zwar ist an die Saison 2026 offiziell ein Haken dran und es wäre Zeit, sich etwas Ruhe zu gönnen, doch der Blick ist längst nach vorne gerichtet: Bereits am vergangenen Wochenende begann die Saisonvorbereitung 2027 für Lennox und das Apreco Team mit den allerersten Testfahrten.
