Kaum vier Wochen nach seinem schweren Highsider in Suzuka und der anschließenden Operation am rechten kleinen Finger meldete sich Lennox Lehmann in der EURO MOTO Supersport zurück. Trotz Schmerzen zeigte Lennox in der Motorsport Arena Oschersleben zwei beeindruckende Rennen und erkämpfte für das Apreco Yamaha Team zwei hervorragende zweite Plätze.

Freitag: Anpassung war das Zauberwort

Die Rückkehr auf seine Yamaha war für den 20-Jährigen mit einer Anpassung verbunden: Durch den frisch operierten Bruch musste Lennox seinen Fahrstil anpassen und den Bremshebel anders betätigen. Dennoch konnte er am Freitag in den beiden freien Trainings einen guten Rhythmus finden. Mit einer 1:28.388 Min. und einer Steigerung auf 1:27.334 Min. reihte sich Lennox hinter seinem Teamkollegen Dirk Geiger ein und beendete die Trainingssessions mit einem starken zweiten Platz.

Samstag: Verzicht auf Q1 und hartes erstes Rennen

Der Samstag begann mit schwierigen Wetterbedingungen, sodass sich das Apreco Yamaha Team entschied, das erste Qualifying auszusetzen. Damit standen Lennox für das zweite Qualifying zwei frische Reifensätze zur Verfügung, was eine gute Ausgangsbasis bedeutete. Leider gelang es dem Dresdner nicht, eine optimale Runde zu fahren, wodurch er mit einer Zeit von 1:27.418 Min. von Startplatz 4 ins Rennen ging.

Der Start des ersten Rennens lief weniger optimal, Lennox erwischte keine gute Anfangsphase. Durch seine Pace war es ihm jedoch möglich, schnell wieder aufzuschließen und sich auf Rang 2 vorzukämpfen. In der Schlussphase des Rennens machten sich zunehmend Schmerzen in der rechten Hand bemerkbar, doch Lennox biss auf die Zähne und rettete den zweiten Platz souverän über die Ziellinie.

Sonntag: Drama und Ärger im letzten Sektor

Im zweiten Rennen am Sonntag schien der erste Sieg seit zwei Jahren für Lennox greifbar zu sein. In der dritten Runde übernahm Lennox die Führung und gab diese bis kurz vor dem Ende des Rennens nicht mehr ab. Der Yamaha-Pilot bestimmte das Rennen – trotz des Drucks durch den hinter ihm positionierten Ducati-Pilot Daniel Blin. Diesem schienen im Duell mit Lennox bereits die Möglichkeiten ausgegangen zu sein. Bis zum letzten Sektor der letzten Runde: Dort schlug Blin mit einem kompromisslosen Überholmanöver überraschend zu. Lennox konnte die Führung nicht mehr halten und hatte mit 0,034 Sekunden – nicht einmal eine halbe Motorradlänge – das Nachsehen. Die Enttäuschung über den knapp verpassten Sieg und die harte Vorgehensweise des Konkurrenten stand ihm im Parc Fermé ins Gesicht geschrieben.

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