Das Saisonfinale der Langstrecken-Weltmeisterschaft (FIM EWC) beim legendären Bol d’Or auf dem Circuit Paul Ricard hat dem Motobox-Kremer-Team alles abverlangt. Nach 16 harten Stunden voller Einsatz, kleineren Rückschlägen und einem unermüdlichen Teamgeist musste die Mannschaft das Motorrad in den frühen Morgenstunden vorzeitig abstellen.
Die Voraussetzungen für das EWC-Finale in Südfrankreich waren alles andere als leicht. Da Lennox’ Teamkollegen Dirk Geiger und Twan Smits wegen des bevorstehenden Meisterschaftsfinals der Euro Moto pausierten, um den Fokus voll auf diese Serie zu legen, trat Motobox Kremer mit einer veränderten Besetzung an: Neben Stammfahrer Lennox Lehmann griffen Max Stauffer und Bastian Ubl ins Geschehen ein, wobei Ubl das Team und die Abläufe bereits aus dem Vorjahr kannte.
Schon die Testfahrten am Dienstag verliefen durch einige technische Herausforderungen durchwachsen, trotzdem blieb die Stimmung positiv. Hinzu kam, dass sich das Team im Qualifying am Donnerstag schwer tat, da die Session durch gleich mehrere rote Flaggen massiv gestört wurde. Unter diesen Bedingungen konnte Lennox nur eine einzige schnelle Runde fahren. Das Team erzielte am Ende den Startplatz 23.
Von Startplatz 23 aus ging es ins Rennen – und Lennox übernahm direkt den ersten Turn. Doch das Rennen lief nicht völlig reibungslos: Immer wieder sorgten kleinere technische Hürden für zusätzlichen Zeitverlust und ungeplante Boxenstopps. Um diesen Rückstand zu kompensieren, pushte Lennox auf der Strecke bis an seine Leistungsgrenze und gab alles, um die verlorenen Sekunden wieder reinzufahren.
In den frühen Morgenstunden spitzte sich die Situation dann so weit zu, dass das Team nach 16 Stunden gezwungen war, das Rennen aufgrund eines Motorschadens aufzugeben.
Nach dem bitteren Aus hieß es für Lennox erst einmal kurz schlafen, bevor die Heimreise angetreten wurde. Allzu viel Zeit zum Durchatmen bleibt ohnehin nicht: Bereits am kommenden Wochenende stehen mit dem großen Saisonfinale der Euro Moto auf dem Hockenheimring die nächsten Rennen an.
Lennox Lehmann (Motobox Kremer Racing): „Dass es eine Materialschlacht wird, war uns klar. Dass uns das Bike so große Probleme bereitet und zur Aufgabe zwingt, hätten wir nicht gedacht. Es ist schade für das gesamte Team, das Finale der EWC durch Aufgabe beenden zu müssen. Wir werden nächstes Jahr wiederkommen und das Rennen zu Ende fahren. Jetzt heißt es, schnell nach Hause zu kommen und etwas erholen, bevor es dann am Donnerstag zum Hockenheimring geht.“
