Direkt im Anschluss an das Euro Moto-Wochenende in Brünn stand für Lennox Lehmann das nächste Rennen auf dem Programm: der zweite Lauf der FIM Endurance World Championship (EWC) in Spa-Francorchamps. Bei den geschichtsträchtigen 8 Stunden von Spa zeigte der 20-jährige Dresdner gemeinsam mit seinen Teamkollegen Dirk Geiger und Max Stauffer eine tadellose Leistung. Unter extrem schwierigen Bedingungen sicherte sich das Trio für Motobox Kremer Racing einen hervorragenden achten Platz.

Starker Beginn und plötzlicher Wetterumschwung

Das Rennen auf der legendären Ardennen-Achterbahn startete am Samstagnachmittag bei zunächst trockenen Bedingungen. Das Trio fand schnell einen guten Rhythmus und konnte von Beginn an eine starke Pace vorlegen.

Die große Wende folgte nach rund drei Rennstunden, als Regen auf der Rennstrecke einsetzte. Ab diesem Zeitpunkt entwickelte sich der Langstrecken-Klassiker zu einer echten Geduldsprobe. Mit dem wechselhaften Wetter begann für die Crew an der Box ein kompliziertes Strategiespiel. Das ständige Wechselspiel aus neuen Regenschauern und langsam abtrocknender Strecke verlangte präzise Entscheidungen beim Timing der Boxenstopps. Die Mannschaft von Motobox Kremer Racing behielt jedoch die Nerven und traf die Reifenentscheidungen fehlerfrei.

Nervenstärke im packenden Endspurt

Die größte Herausforderung des Wochenendes wartete in der Schlussphase auf den Dresdner. Die letzten 2 Stunden und 10 Minuten des Rennens bestritt Lennox komplett ohne Fahrerwechsel durchgehend auf der Yamaha R1. Die Bedingungen auf der Strecke waren zu diesem Zeitpunkt tückisch: Während sich auf dem Asphalt langsam eine schmale, trockene Ideallinie bildete, war der Rest der Strecke noch komplett nass.

Da Lennox bereits auf Slick-Reifen unterwegs war und ein hervorragendes Gefühl für die Verhältnisse entwickelt hatte, entschied das Team strategisch, ihn auf dem Motorrad zu lassen. Ein Fahrerwechsel zu diesem späten Zeitpunkt wäre ein zu hohes Risiko gewesen, da sich zahlreiche Konkurrenten auf den feuchten Stellen stürzten. Lennox meisterte den Marathon-Stint fehlerfrei, hielt dem Druck stand und überquerte nach acht Stunden die Ziellinie.

Ein historisches Teamergebnis

Mit dem achten Gesamtrang verbuchte das deutsche Traditionsteam ein herausragendes Resultat. In der Endabrechnung bedeutete dies nicht nur den 6. Platz in der reinen EWC-Klasse, sondern auch einen echten Prestige-Erfolg: Die Mannschaft um Lennox reist als zweitbestes Yamaha-Team und als bestes Dunlop-bereiftes Team aus Belgien ab.

Lennox Lehmann (Motobox Kremer Racing): „Im Qualifying kamen wir leider nicht über den Startplatz 24 hinaus. Aber im Rennen haben wir eine mega Leistung gezeigt. Gerade bei den schwierigen Bedingungen waren wir stark unterwegs und konnten uns Stück für Stück nach vorne arbeiten. Am Ende Platz 8 in der Gesamtwertung und Platz 6 in der EWC Wertung. Ein top Ergebnis für das ganze Team. Darauf können wir aufbauen.“

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