Die legendären 24 Stunden von Le Mans bildeten für Lennox Lehmann den Auftakt in seine erste permanente Saison in der Endurance World Championship (EWC). Es war eine Woche voller Premieren, Gänsehautmomente und der harten Realität des Langstreckensports, die Lennox und das Team Motobox Kremer Racing bis an die Grenzen forderte.

Die Vorbereitung: Zwischen Setup und Fan-Ansturm

Bereits am Sonntag (12.04.) reiste Lennox an die Sarthe. Besonders beeindruckend war für ihn die Kulisse: Die Menschenmassen, die nach Le Mans strömten, sorgten für eine elektrische Atmosphäre.

– Dienstag (Testtag): In zwei Sessions wurden letzte Feinheiten am Bike vorgenommen, um die Yamaha optimal auf die Bedürfnisse der Fahrer anzupassen.

– Mittwoch (Fahrerparade): Ein echtes Highlight. Lennox steuerte die Rennmaschine von der Strecke direkt auf den Marktplatz von Le Mans. „Die Begeisterung der Fans so nah zu erleben, war eine mega Erfahrung“, blickt Lennox zurück.

– Qualifikation & Training: Nach freien Trainings und Qualifying-Sessions am Donnerstag und Freitag wurde der Grundstein für das Rennen gelegt. Besonders wichtig war hierbei das Nachttraining, um sich an die extremen Sichtverhältnisse zu gewöhnen.

Das Rennen: Präzision und der Kampf gegen die Müdigkeit

Am Samstag um 15:00 Uhr startete der Marathon. Max Stauffer übernahm den Start, Lennox folgte als zweiter Fahrer. Was dann folgte, war eine Lehrstunde in Sachen Teamarbeit und Konstanz:

– Fehlerfreie Performance: Über 22 Stunden hinweg leistete sich keiner der Fahrer einen Fehler. Es gab keine Stürze und keine unnötigen Zeitverluste – das Team arbeitete sich Stück für Stück in der Tabelle nach oben.

– Magie der Nacht: Für Lennox war das Fahren bei Dunkelheit das absolute Highlight. Die besondere Konzentration im Lichtkegel der Scheinwerfer empfand er als etwas ganz Besonderes.

– Der „tote Punkt“: Die größte Herausforderung war die extreme Müdigkeit am zweiten Morgen, wenn der Körper nach der langen Belastung in ein Tief fällt.

Das Drama im Finale: „That’s EWC“

Nach 22 Stunden harter Arbeit lag das Team auf einem hervorragenden 10. Gesamtrang (P8 in der EWC-Klasse). Doch dann schlug das Pech zu: Ein Elektronikproblem zwang das Team für knapp eine Stunde in die Box.

Trotz des massiven Zeitverlusts gab niemand auf. Nach der Reparatur ging es zurück auf die Strecke, um das Rennen zu Ende zu bringen. Nach 24 Stunden überquerte das Team auf Gesamtrang 22 (P11 in der EWC-Wertung) die Ziellinie.

Support hinter den Kulissen

Ein 24-Stunden-Rennen ist auch eine mentale Belastungsprobe. Lennox konnte sich dabei voll auf seinen Kumpel Antonio verlassen. Antonio begleitete ihn die gesamte Woche, kümmerte sich in den kurzen Pausen um die Verpflegung und Regeneration und hielt Lennox den Rücken frei – ein unschätzbarer Rückhalt bei diesem WM-Debüt.

Lennox Lehmann (Motobox Kremer Racing): „Meine Teamkollegen und das gesamte Team haben die ganze Woche einen mega Job gemacht. Leider wurden wir für unsere Leistung im Rennen durch einen technischen Defekt nicht belohnt. Aber das ist die EWC – dort kann immer etwas passieren. Trotzdem war es eine coole Erfahrung, und ich freue mich schon auf die 8 Stunden von Spa. Jetzt heißt es erstmal Akkus aufladen, bevor es in zwei Wochen zum Saisonstart der EURO MOTO auf den Sachsenring geht.“

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