Das zweite Rennwochenende der neuen EURO MOTO führte das Fahrerfeld auf geschichtsträchtigen Boden: Das Autodrom Brno in Tschechien stand auf dem Programm. Auf der 5,403 Kilometer langen, frisch sanierten MotoGP-Strecke setzte Lennox Lehmann seine Serie fort. Nach dem starken Auftakt am Sachsenring sicherte sich der 20-jährige Dresdner für das Team Apreco Yamaha auch in Brünn zwei dritte Plätze und blickt nun auf eine makellose Bilanz von vier Podestplätzen in vier Rennen.
Fleißarbeit und Wetter-Pech im Qualifying
Da der tschechische Kurs neu im Kalender der Serie ist, gab es zusätzlich schon am Donnerstag wertungsfreie Trainingssessions um die anspruchsvolle Berg- und Talbahn kennenzulernen. Der Mehraufwand zahlte sich am Freitag in den freien Trainings aus.
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Freies Training 1: Lennox testete Modifikationen an der Front der Yamaha R9, um mehr Stabilität zu generieren. Trotz zwischenzeitlicher Probleme mit Chattering, die das Team schnell in den Griff bekam, fuhr er mit einer Zeit von 2:02.631 auf den vierten Rang (Abstand zur Spitze: 1.263 Sek.).
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Freies Training 2: Mit einer Steigerung auf 2:02.690 festigte Lennox erneut den vierten Platz und verkürzte den Abstand auf den Führenden Daniel Blin auf 0.894 Sekunden.
Die beiden Qualifyings am Samstag verliefen solide. Ein kleiner Rückschlag folgte in Q2: Gerade als Lennox mit frischen Reifen auf Zeitenjagd gehen wollte, setzte Regen ein. Da keine Zeitenverbesserung mehr möglich war, bedeutete dies den vierten Startplatz für die Rennen.
Rennen 1: Blitzstart und Reifen-Management
Am Samstagnachmittag erwischte Lennox im ersten Lauf einen perfekt abgestimmten Start, kam hervorragend weg und ging direkt an seinem vor ihm platzierten Teamkollegen Dirk Geiger vorbei. In der Anfangsphase lieferte er sich einen harten Fight an der Spitze. In einer engen Kurvensituation entging er nur knapp einem Sturz, als Marcel Brenner beim Überholversuch innen hineinstach, die Strecke verließ und im Kiesbett landete.
Im weiteren Rennverlauf forderte das hohe Tempo Tribut: Lennox pushed stark über das Vorderrad, wodurch der Reifen in der Schlussphase massiv abbaute. Um kein unnötiges Risiko einzugehen und wichtige Punkte für das Team Apreco Yamaha zu sichern, entschied er sich gegen eine späte Attacke auf Geiger. Er verwaltete den dritten Platz clever und sicherte sich das dritte Podest im dritten Rennen.
Rennen 2: Taktisches Pokerspiel und Reifen-Spagat
Der zweite Lauf am Sonntag entwickelte sich zu einem intensiven mentalen und strategischen Kampf. Nach den Erfahrungen vom Vortag erwartete Lennox erneut einen Einbruch der Vorderreifen-Performance. Um den Reifen für die entscheidende Schlussphase zu schonen, wählte er bewusst eine verhaltene Startstrategie. Er ging das Rennen betont kontrolliert an und ließ die beiden Führenden, Dirk Geiger und Daniel Blin, zunächst ziehen.
Zur Rennmitte zeichnete sich jedoch ab, dass der erwartete Reifenperformance-Drop ausblieb. Ab diesem Moment entschied sich Lennox zu pushen, um die Lücke zur Spitze wieder zu schließen. Bei dieser Aufholjagd forderte er das Material jedoch zu stark: Die Reifen bauten zu schnell ab, sodass Lennox in den letzten Runden erneut auf Nummer sicher gehen musste, um keinen Sturz zu riskieren. So war es wieder ein dritter Platz für ihn.
Obwohl die Bilanz von vier Podien in vier Rennen für das Team Apreco Yamaha auf dem Papier überragend aussieht, war dem Dresdner die leichte Unzufriedenheit nach dem Rennen anzusehen. Für die nächsten Rennen sollen es die beiden anderen Podiumsplätze werden.
Lennox Lehmann (Team Apreco Yamaha): „Wir haben im Vergleich zum Sachsenring einiges am Motorrad verändert, was sich sehr positiv bemerkbar gemacht hat. Leider konnte ich die Reifen nicht ganz über die Renndistanz bringen. Somit zweimal Platz 3 in beiden Rennen. Der Abstand zu Platz 1 und 2 wird jedoch immer kleiner und darauf können wir aufbauen. Für mich geht es morgen schon nach Spa zur nächsten Station in der FIM EWC. Mal schauen was mich dort erwartet.“
