Das fünfte Rennwochenende der EURO MOTO Supersport bot auf der legendären Rennstrecke in Assen Dramatik in reinster Form. In der ‚Kathedrale des Speeds‘ wurde ein weiteres spannendes Kapitel der laufenden Saison geschrieben. Für Lennox Lehmann war bei dem Event in Assen alles dabei: Von der ungeplanten Pole Position über einen bitteren Sturz in Führung liegend bis hin zu einem wahren Kraftakt am Sonntag erlebte der Apreco-Yamaha-Pilot ein herausforderndes Wochenende mit Höhen und Tiefen.

Freitag & Samstag: Taktisches Pokerspiel und unverhoffte Pole Position 

In den beiden freien Trainings am Freitag wurde intensive Abstimmungsarbeit am Bike von Lennox vorgenommen, um technische Hürden auszusortieren. Nachdem im FP1 Lennox noch mit Chattering und mangelndem Grip zu kämpfen hatte, konnte das Apreco Team diese Themen in FP2 fast vollständig beheben:

  • FP1 (1:41.530 Min.): Noch stark gebremst durch Chattering und mangelnden Grip.

  • FP2 (1:41.437 Min.): Setup-Anpassungen griffen – Rang 3 nach den Trainings.

Der Plan für das erste Qualifying (Q1) am Freitagnachmittag war klar: Reifen sparen für Q2 am Samstag. Deshalb fuhr Lennox nur wenige Runden und ging nicht wie gewohnt auf Zeitenjagd. Leider machte der Regen am Samstag dem Team einen Strich durch die Rechnung. Dennoch nutzte das Apreco-Team die nassen Bedingungen clever für ein paar Abstimmungen unter Regenbedingungen – Erkenntnisse, die im weiteren Saisonverlauf noch wertvoll werden könnten.

Ursprünglich auf Startplatz 3 qualifiziert, profitierte Lennox im Anschluss von der Reglement-Schärfe: Da Pole-Setter Dirk Geiger (Motorenwechsel) und Luca Göttlicher (Tempolimit in der Boxengasse) bestraft und zurückversetzt wurden, erbte der Dresdner die Pole Position für das erste Rennen.

Rennen 1: Das nächste Kapitel im Duell mit Blin

Von der Pole gestartet, erwischte Lennox einen starken Auftakt, übernahm sofort die Führung und gab diese vorerst nicht mehr ab. Doch mit großen Schritten näherten sich von hinten sowohl Teamkollege Dirk Geiger als auch Daniel Blin, der trotz seiner Strafe unermüdlich nach vorne arbeitete und sich im Nacken des Yamaha-Piloten festsetzte. 

Mit den Erfahrungen aus Oschersleben im Hinterkopf wollte Lennox die Tür diesmal unter keinen Umständen auflassen. Das Duell um die Führung spitzte sich zu, als Blin kurzzeitig die Spitze übernahm. Doch Lennox blieb dran und eroberte die Führung wieder zurück. In der aller letzten Runde hatte sich der Dresdner bereits eine kleine Lücke herausgefahren und der erste Saisonsieg war zum Greifen nah – bis es doch ganz anders kam: Lennox rutschte über die Curbs weg und stieg unsanft von seiner Yamaha R9 ab.

Lennox konnte die Strecke aus eigener Kraft verlassen, doch als das Adrenalin nachließ, machten sich Schmerzen im Oberschenkel bemerkbar – die Folge eines heftigen Schlags beim Aufprall.

Rennen 2: Schmerzhafter Kraftakt aufs Podest

Trotz der Schmerzen blieb für den Sonntag nur eine Option: Auf die Zähne beißen und starten. Aus der regulären Startaufstellung ging Lennox ins zweite Rennen. Zusätzlich zu den Nachwirkungen seiner Finger-OP machten sich im zweiten Lauf die Folgen des Sturzes bemerkbar: Je länger das Rennen dauerte, desto schwerer fiel ihm aufgrund der Oberschenkelprellung das Schalten. In einem extrem kräftezehrenden Rennen hielt Lennox allen Widrigkeiten stand und belohnte sich am Ende mit einem Podiumsplatz neben Sieger Dirk Geiger und dem Zweitplatzierten Daniel Blin.

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