Das Euro Moto Supersport Finale auf dem Hockenheimring hat noch einmal alles geboten, was einen gelungenen Saisonabschluss ausmacht: spannende Duelle, technische Tüfteleien, eine verdiente Meisterkrönung und ein versöhnliches Happy End für Lennox Lehmann. Mit zwei dritten Plätzen an diesem Wochenende sicherte sich der 20-jährige Dresdner vom Apreco-Yamaha-Team in der Endabrechnung den dritten Platz in der Meisterschaft.
Freitag und Samstag: Intensive Suche nach dem Gefühl für die Front
Da es für Lennox in der Meisterschaft tabellarisch um nichts mehr ging, nutzte das Apreco-Team den Freitag intensiv, um das Motorrad förmlich auf links zu drehen. Es wurde ausgiebig getestet und mit verschiedenen Set-ups experimentiert. Dadurch waren die Zeiten und die Platzierung von Lennox am Freitag absolut zweitrangig – das Hauptziel war es, ein passendes Setup für den Renntag zu finden.
Im ersten Qualifying am Samstagmorgen – das bei kühlen Temperaturen gefahren wurde – gelang Lennox überraschend der Sprung auf die vorderste Position. Trotzdem fehlte ihm ein entscheidendes Puzzleteil: Es gab schlicht keine richtige Rückmeldung von der Front, wodurch es extrem schwierig war, das echte Limit des Motorrads einzuschätzen.
Dieses Manko machte sich im Q2 am Nachmittag immer noch bemerkbar und endete in einem Sturz. Es galt also weiterhin herauszufinden, woher das fehlende Gefühl für das Vorderrad rührte.
Rennen 1: Über den Kampf zum Podium
Das erste Rennen am Samstagnachmittag wurde für den Sachsen zu einer echten Willensleistung. Das gesamte Rennen über musste Lennox darum kämpfen, die Yamaha überhaupt im Rennen zu halten. Immer wieder gab es Momente, in denen er das Motorrad fast verloren und im Kies gelandet wäre. Doch er biss sich durch, profitierte am Schluss vom Sturz des Konkurrenten Luca Göttlicher und erbte am Ende einen glücklichen, aber hart erkämpften dritten Platz.
Direkt nach dem Rennen saßen Lennox und sein Crewchief noch lange zusammen, um die Telemetriedaten zu wälzen und die Ursachen für das fehlende Vorderrad-Gefühl für den Sonntag zu beheben.
Sonntag: Das Blatt wendet sich im Warm-up
Die Nachtschicht und die detailgenaue Analyse zahlten sich aus. Im Warm-up am frühen Sonntagmorgen griff die Änderung am Setup endlich: Das lang ersehnte Gefühl kehrte zurück, und die Anpassungen zeigten sofort Wirkung.
Gestärkt durch diesen Durchbruch ging es in das zweite Rennen. Teamkollege Dirk Geiger fuhr an der Spitze ungefährdet zum Sieg und machte damit vor heimischem Publikum für das Apreco-Team den verdienten Meistertitel in der Euro Moto Supersport perfekt. Dahinter zeigte Lennox eine saubere Leistung und fuhr als starker Dritter über die Ziellinie.
Saisonausklang und verdiente Party
Im Parc fermé empfing Lennox seinen Teamkollegen Dirk Geiger standesgemäß mit einer ordentlichen Sektdusche, bevor das gesamte Apreco-Team den erfolgreichen Saisonabschluss gebührend feierte. Mit zwei Podestplätzen im Gepäck und dem hervorragenden dritten Platz in der Gesamtwertung verabschiedet sich Lennox Lehmann nun in die wohlverdiente Winterpause.
