Das Rennwochenende der EURO MOTO Supersport im tschechischen Autodrom Most stand ganz im Zeichen extremer Bedingungen. Bei brutalen Lufttemperaturen von bis zu 38 Grad behielt der Dresdner Lennox Lehmann jedoch einen kühlen Kopf. Mit einem starken zweiten Platz im Samstagsrennen feierte er gemeinsam mit seinem Apreco-Teamkollegen Dirk Geiger einen Doppelsieg.
Das Wochenende begann für Lennox vielversprechend. Nach einem starken Auftakt im ersten freien Training (Platz 2 / 1:36.400) nutzte das Team das FP2 für Setup-Optimierungen am Fahrwerk (Gabel und Federbein). Da die Änderungen nicht den gewünschten Effekt brachten, kehrte man für die Qualifyings am Samstag zum bewährten Setup zurück – eine Entscheidung, die sich auszahlen sollte.
Bei der Reifenstrategie für das Q1 ging das Apreco-Team einen konsequenten Weg, der belohnt wurde: Da abzusehen war, dass die Strecke am Nachmittag in der Hitze zu langsam sein würde, setzte das Team bereits im ersten Qualifying (Q1) am Morgen beide frischen Reifensätze ein. Der Plan ging auf: Lennox sicherte sich mit einer 1:35.113 den zweiten Startplatz in der ersten Reihe – hauchdünn hinter Teamkollege Dirk Geiger.
Rennen 1: Nervenstärke nach Schrecksekunden
Der Start zum ersten Lauf am Samstagnachmittag verlief turbulent. In den ersten Runden entging Lennox auf der glühend heißen Strecke gleich zweimal nur knapp einem Highsider. Zu Beginn unterliefen Lennox ein paar Fehler und er wollte danach einfach zu viel. Beim Versuch, die Pace sofort wieder anzuziehen, hat er dann komplett überpushed und prompt den Bremspunkt verpasst. Dadurch musste er weit gehen, und die Lücke zum Teamkollegen wurde immer größer.
Lennox schaltete jedoch sofort auf Renntaktik um, fuhr mit viel Verstand und spulte fehlerfreie, konstante Rundenzeiten ab. Er kontrollierte den Vorsprung nach hinten souverän und sicherte sich hochverdient den zweiten Platz auf dem Podium und damit den perfekten Doppelsieg für das Team.
Rennen 2: Technischer Rückschlag im Abbruch-Chaos
Der Sonntag verlief für das gesamte Feld extrem chaotisch. Für Lennox endete der zweite Lauf leider bereits nach kürzester Zeit, da er seine Yamaha mit Motorproblemen vorzeitig an der Box abstellen musste.
Aus Meisterschaftssicht blieb dieser Ausfall für den 20-Jährigen jedoch komplett ohne Folgen: Das Rennen wurde nach zwei schweren Stürzen anderer Fahrer (unter anderem ein heftiger Highsider von Marcel Brenner) jeweils mit der roten Flagge abgebrochen. Da die Rennleitung am Ende entschied, keinen weiteren Neustart anzusetzen, wurde der zweite Lauf vollständig annulliert. Es wurden weder Punkte vergeben noch Runden gewertet, wodurch Lennox seinen dritten Platz in der Gesamtwertung erfolgreich verteidigt.
